Besenreiser – Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Besenreisern und Krampfadern?

Der Hauptunterschied zwischen Besenreisern und Krampfadern liegt in der Gefahr für die Gesundheit. Besenreiser sind zwar rein optisch störend, an sich aber nicht gefährlich. Anders Krampfadern. Vor allem tief im Gewebe liegende Krampfadern in den Beinen gehen meist mit einer allgemeinen Venenschwäche einher. Und diese zieht häufig Organschäden nach sich, da die Durchblutung gestört und damit auch die Versorgung der Zellen empfindlich eingeschränkt ist.

Ganz ohne Risiko sind selbst die oberflächlichen Besenreiser jedoch nicht. Denn unter den sichtbaren, verästelten Blutgefäßen können sich bereits vorhandene Krampfadern befinden. Die Besenreiser dienen in einigen Fällen also als Vorboten einer ernsten Erkrankung und sollten in jedem Fall ärztlich untersucht werden. Vor allem wenn sehr viele der stetig sichtbaren Besenreiser vorhanden sind. Erst durch eine Ultraschall-Untersuchung kann geklärt werden, ob sich das Problem ausschließlich auf die oberflächlichen Schichten und haarfeinen Blutgefäße begrenzt oder große Venen in tieferen Schichten ebenfalls betroffen sind.

Keine Schmerzen bei Besenreisern

Zudem gehen von Besenreisern keine Schmerzen aus. Sie schwellen bei Wärme, langem Stehen und anderen Belastungen der Beine – anders als Krampfadern – nicht an. Bilden sich jedoch, ebenfalls im Gegensatz zu Krampfadern, bei Entlastung und Ruhe nicht vorübergehend zurück. Der letzte Unterschied liegt in der Dicke und fühlbaren Form. Selbst kleine Krampfadern können in der Regel gut ertastet werden und zeichnen sich meist deutlich unter der Haut ab – allerdings nur, solange sie oberflächlich verlaufen. Besenreiser sind hingegen gar nicht fühlbar.

Sind Besenreiser vererbbar?

Die Veranlagung für Besenreiser liegt in den Genen, ist also tatsächlich vererbbar. Ähnlich verhält es sich bei den meisten Fällen von Krampfadern. Besenreiser und Krampfadern können jedoch auch ohne familiär bedingte Neigung auftreten, denn ihre Entstehung hängt von mehreren Faktoren ab. So sind bestimmte Berufsgruppen, in denen für lange Zeit gesessen und gestanden wird, anfälliger für Venenschwächen. Zu wenig Bewegung, Rauchen, Übergewicht, Hormonumstellungen, Alkohol, häufige Saunagänge, erhebliche Gewichtsreduktionen und vieles mehr können Besenreiser begünstigen. Die Lebensweise nimmt also einen entscheidenden Einfluss darauf, ob und in welchem Ausmaß störende Besenreiser auftreten. Besonders bei familiärer Veranlagung sollten Sie daher die eine oder andere Gewohnheit in Ihren Alltag einbauen und auslösende Faktoren vermeiden – wenn Sie Besenreiser und Krampfadern vermeiden oder deren Ausprägung zumindest möglichst gering halten möchten.

Weitere Informationen zu vorbeugenden Maßnahmen finden Sie unter dem Menüpunkt Besenreiser – Behandeln und Vorbeugen. Welche Faktoren Besenreiser auslösen und deren Ausbreitung begünstigen können, erfahren Sie unter anderem unter dem Punkt Besenreiser – Auslösende Faktoren der Besenreiser im Überblick.

Was sind Besenreiservarizen?

Bei dem Begriff Besenreiservarizen handelt es sich schlicht um einen anderen Namen der Besenreiser. Die Varizen sind zudem eine Unterform der Varikose, wie das durch Venenschwäche bedingte Krampfaderleiden auch bezeichnet wird.

Können Besenreiser auch bei Kindern und jungen Menschen auftreten?

Besenreiser, die aufgrund einer erblich bedingten Schwäche des Bindegewebes auftreten, können sich schon sehr zeitig zeigen. Selbst Kinder und Jugendliche bleiben davon also nicht verschont. Bei einer starken Veranlagung, wenn Eltern oder Großeltern also zahlreiche Besenreiser aufweisen, sind kleinere, sichtbare Verästelungen daher nicht ungewöhnlich. Auch nicht bei Kleinkindern.

Dennoch sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, um Krankheiten als mögliche Ursache auszuschließen. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind erforderlich, wenn die Besenreiser schnell an Ausmaß und Anzahl zunehmen, schmerzen, anschwellen oder sich anderweitig verändern. Auffällige Besenreiser stellen besonders für Jugendliche eine große Belastung dar und stören das Körpergefühl und Selbstbewusstsein teilweise erheblich. Neben dem Einbinden von vorbeugenden Maßnahmen ist eine Behandlung hier sinnvoll.

Sind Besenreiser gefährlich?

Besenreiser allein sind an sich nicht gefährlich. Ihr Auftreten kann aber durchaus ein Anzeichen für akute, tiefer liegende Probleme sein oder lediglich die Spitze des Eisbergs einer chronischen Erkrankung. Stellen Sie Besenreiser an sich fest, sollten Sie daher einen Arzt aufsuchen und eine Ultraschall-Untersuchung durchführen lassen. Nur auf diese Weise ist es möglich, tiefe Krampfadern und versteckte Blockaden auszuschließen. Eine einmalige Untersuchung reicht allerdings nicht aus. Bei fortschreitender Ausbreitung müssen die Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Potenziell gefährliche Venenschwächen werden so bereits im Anfangsstadium erkannt und frühzeitig behandelt. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit können so vermieden oder aber zumindest in ihren Ausmaßen reduziert werden.

Warum entstehen Besenreiser so häufig in und nach der Schwangerschaft?

Während und nach der Schwangerschaft ist der weibliche Körper erheblichen Hormonschwankungen und Belastungen ausgesetzt. Genau diese tragen dazu bei, dass Besenreiser leichter auftreten können. In erster Linie sind Schwangerschaftshormone dafür verantwortlich, da diese das Bindegewebe auflockern. Durch diese Lockerung erweitern sich die Venen. Während der Schwangerschaft sind diese daher ebenfalls deutlicher sichtbar und werden nicht selten mit echten Krampfadern und Besenreisern verwechselt. Zunehmendes Gewicht wirkt steigenden Druck auf die Beinvenen aus, dieser erschwert den Rückfluss des Blutes und erhöht so das Risiko von Besenreisern noch zusätzlich. In einigen Fällen verschwinden vermeintliche Krampfadern und Besenreiser nach der Schwangerschaft wieder oder bilden sich weitestgehend zurück. Jedoch nur, wenn es sich nicht um dauerhaft umgewandelte, sondern lediglich vorübergehend erweiterte Blutgefäße handelt.

Hoher Blutverlust während und langes Liegen nach der Entbindung erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel. Auch durch ein solches kann sich das Blut zurückstauen und langfristig zu einem Besenreiser oder einer Krampfader führen. Daher können diese selbst kurze Zeit nach der Schwangerschaft noch schneller entstehen.

Können Besenreiser während der Schwangerschaft entfernt werden?

Besenreiser werden von vielen Menschen als störend empfunden und selbst bei warmem Wetter lieber versteckt. Das gilt auch für die Zeit der Schwangerschaft. Sofern sich hinter den Verästelungen keine Thrombosen oder anderen Probleme verbergen, sollte aber während der Schwangerschaft keine Entfernung vorgenommen werden. Die allgemeine Empfehlung lautet, damit frühestens sechs Wochen nach der Entbindung zu beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich unechte Besenreiser und Krampfadern zurückgebildet, an sich unnötige Behandlungen entfallen.

Muss ich Besenreiser immer entfernen lassen?

Die Mehrzahl der Besenreiser sind kosmetisch gesehen zwar störend, haben aber keine anderweitigen Auswirkungen. Ein Entfernen ist daher medizinisch betrachtet meist nicht notwendig. Erforderlich ist es nur dann, wenn Besenreiser als Symptom einer Erkrankung oder eines Verschlusses auftreten, sich die Venenveränderung ausbreitet oder psychische Beeinträchtigungen auftreten.

Darf ich trotz Besenreisern epilieren und wachsen?

Das Entfernen der Haare durch Wachs oder Epilation ruft winzige Verletzungen hervor und geht mit einer ungünstigen Krafteinwirkung auf Haut und oberflächliches Gewebe einher. Ist keine Neigung zu Besenreisern vorhanden, hat das keine weiteren Auswirkungen. Sind die erblichen Anlagen oder auch bereits erste Besenreiser vorhanden, rufen diese Methoden der Haarentfernung jedoch häufig weitere sichtbare Blutgefäße hervor. Wenn Sie unter der verantwortlichen Bindegewebsschwäche leiden, sollten Sie also auf Epiliergerät und Wachs lieber verzichten und auf schonendere Techniken setzen.

Können Besenreiser auch im Gesicht auftreten?

Besenreiser treten zwar vorzugsweise entlang der Beine auf, können aber auch im Gesicht und am Rest des Körpers vorkommen.

Treten sie im Gesicht auf, werden die rotblauen Äderchen – je nach Erscheinungsform – als Couperose, Spider Naevi oder Spinnennävus bezeichnet. Ist ein Mittelpunkt zu erkennen, von dem feine Äderchen ausgehen, wird von Spider Naevi oder Spinnennävus gesprochen. Dieser Name geht auf die optische Ähnlichkeit zu einem Spinnennetz zurück. Bei der Couperose zeigen sich eher einzelne Gefäßerweiterungen, die mit der Zeit allerdings zunehmen. Häufig ist die Couperose eine Vorform der Rosacea. Diese Krankheit kann die Haut stark entstellen, auf die Augen übergreifen, und geht mit Schmerzen einher. Bei auffälligen, sichtbaren Blutgefäßen oder dauerhaften Rötungen im Gesicht ist daher ebenfalls ein Arztbesuch notwendig.

Gleiches gilt für alle anderen auffälligen Gefäße im Gesicht. Denn ebenso wie bei den Besenreisern können diese vollkommen harmlos sein oder aber Anzeichen einer unterliegenden Krankheit. Ein Spinnennävus kann beispielsweise auf Erkrankungen der Leber hinweisen.

Können Besenreiser überschminkt werden?

Ob an den Beinen oder im Gesicht – dauerhaft sichtbare Äderchen stören das Erscheinungsbild und sind oft eine große Belastung für ihre Träger. Besenreiser werden vor allem im Sommer zum Problem, Couperose kann ganzjährig als Beeinträchtigung empfunden werden.

Viele greifen dann zum Abdeckstift oder dem normalen Make-up, erleben aber eine herbe Enttäuschung, weil die Äderchen dennoch sichtbar bleiben. Ganz unmöglich ist es aber dennoch nicht, Besenreiser und Couperose zu überschminken. Dafür benötigen Sie lediglich spezielles Camouflage-Make-up oder Bein-Spray in Ihrem Hautton. Auch gebräunte Haut hilft dabei, die störenden Blutgefäße zu kaschieren. Zwar werden diese dadurch nicht unsichtbar, fallen aber weniger auf. Ausgedehnte Sonnenbäder sorgen jedoch dafür, dass nur noch mehr Besenreiser entstehen. Selbstbräuner oder eine langsame und schonende Sonnenbräune sind hier besser. Alternativ können die veränderten Blutgefäße mit Cremes behandelt oder entfernt werden.

Können auch Männer Besenreiser bekommen?

Besenreiser sind weder eine Seltenheit noch ein reines Frauenproblem. Fast jeder Zweite trägt bereits vor dem 30.Geburtstag die ersten Besenreiser auf dem Körper – das betrifft Frauen ebenso wie Männer. Tatsächlich treten sie bei Männern also ebenfalls recht häufig auf. Allerdings sind die sichtbaren Verästelungen der Blutgefäße bei den Herren der Schöpfung meist in einem kleineren Ausmaß vorhanden, als bei Frauen. Die Gründe hierfür liegen in den Ursachen der Entstehung und in den unterschiedlichen Lebensweisen. Männer beugen Besenreisern beispielsweise durch mehr Sport unbewusst besser vor und sind verantwortlichen Hormonen weniger ausgesetzt.

Weitere Informationen zur Entstehung finden Sie unter dem Punkt Besenreiser – Wie und wodurch entstehen Besenreiser?

 

Aktualität

Stand:19.08.2013

 

Quellen:

http://www.wissen-gesundheit.de/content_week.asp?wdid=2467&wpid=7782&mdid=18&sid=0

http://www.besenreiser-behandlung-berlin.de/der-unterschied-zwischen-besenreisern-und-krampfadern/

http://www.krampfadern.drwalter.at/

http://www.angiologie-online.de/Besenreiser.htm

www.angiologie-giessen.de/LiteratureRetrieve.aspx?ID=100294 (PDF)

http://www.medizinpopulaer.at/archiv/koerperpflege-kosmetik/details/article/besenreiser-und-couperose.html

http://www.gefaesszentrum-nuernberg.de/praxiszeitung/praxisz-news.php?artikelnr=16

http://derma.raulin-und-kollegen.de/haeufige-fragen/aesthetische-dermatologie/besenreiser.html